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MAUERTROCKNUNG UND MAUERABDICHTUNG

Aktive und passive Elektroosmose
1. Elektroosmotische Verfahren

Elektroosmotische Verfahren nutzen elektrische Spannungen, um die Bewegung von Feuchtigkeit im Mauerwerk zu beeinflussen. Sie werden zur Reduzierung aufsteigender Feuchtigkeit eingesetzt. Die tatsächliche Wirksamkeit hängt unter anderem von der Baukonstruktion, den Materialeigenschaften und den jeweiligen Einsatzbedingungen ab.

2. Elektromagnetische Verfahren

Elektromagnetische Systeme sollen mithilfe elektromagnetischer Felder auf Feuchtigkeitsprozesse im Mauerwerk einwirken. Sie werden als Verfahren zur Mauerwerkstrocknung angeboten, ohne dass dafür zwangsläufig umfangreiche bauliche Eingriffe erforderlich sind. Ihre Wirksamkeit sollte anhand unabhängiger Untersuchungen und der konkreten Gebäudesituation beurteilt werden.

3. Mechanische Horizontalsperren

Bei mechanischen Verfahren wird eine horizontale Sperrschicht in das Mauerwerk eingebracht, um aufsteigende Feuchtigkeit zu unterbrechen. Je nach Verfahren wird das Mauerwerk abschnittsweise durchtrennt oder eine Sperre eingesetzt. Die Methode kann wirksam sein, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und fachgerechte Ausführung.

4. Sanier- und Trocknungsputze

Sanier- und Trocknungsputze werden auf feuchte- und salzbelasteten Mauerwerksoberflächen eingesetzt. Ihre spezielle Porenstruktur kann dabei helfen, Salze im Putz aufzunehmen und die Verdunstung von Feuchtigkeit zu unterstützen. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch eine notwendige Abdichtung gegen eindringendes oder aufsteigendes Wasser.

5. Chemische Injektionsverfahren

Bei chemischen Injektionsverfahren werden spezielle Injektionsmittel über Bohrlöcher in das Mauerwerk eingebracht. Dort sollen sie eine wasserhemmende Zone bilden und den kapillaren Feuchtigkeitstransport reduzieren. Das Ergebnis hängt wesentlich vom Baustoff, der Durchfeuchtung, dem Salzgehalt und der fachgerechten Auswahl und Anwendung des Injektionsmittels ab.

6. Paraffininjektion

Bei der Paraffininjektion wird erwärmtes Paraffin in vorbereitete Bohrlöcher des Mauerwerks eingebracht. Nach dem Eindringen und Erstarren soll es die Porenstruktur teilweise verschließen und den kapillaren Feuchtigkeitstransport begrenzen. Das Verfahren erfordert eine geeignete technische Ausstattung und muss an die Eigenschaften des vorhandenen Mauerwerks angepasst werden.

7. Mineralische Kristallisationstechnologie NCT

Die mineralische Kristallisationstechnologie NCT verfolgt einen anderen Ansatz als herkömmliche Oberflächenabdichtungen. Mineralische Materialien dringen in die Struktur des Mauerwerks ein und sollen dort Kapillaren abdichten sowie die Wasseraufnahme reduzieren. Das System wird insbesondere für Abdichtungsmaßnahmen von der Innenseite feuchtebelasteter Gebäude eingesetzt.